Nach 1945

Die Familie Georg Elsers erfährt auch nach Kriegsende nichts über sein weiteres Schicksal. Erst 1950 wird er für tot erklärt. Die Familie erhält keinerlei Entschädigung für seinen Tod. Seine Mutter Maria Elser muß sich bis zu ihrem Tod 1960 immer wieder gegen Vorwürfe zur Wehr setzen, ihr Sohn sei ein »Werkzeug« der NS-Führung gewesen.


    Niederlage und Zusammenbruch

Ehemalige Mitgefangene und Bewacher stützen diese Version auf angebliche Gespräche mit Elser. Tatsächlich haben aber weder Martin Niemöller noch der britische Geheimdienstagent Payne Best engeren Kontakt mit ihm gehabt. Sie schmücken nur Gerüchte aus, die sie in der Gefangenschaft gehört haben.

                                            

Selbst viele Historiker sehen in Elser ein Instrument des NS-Staates. Diese Deutung verliert erst gegen Ende der sechziger Jahre an Kraft, weil der Münchener Historiker Lothar Gruchmann Elsers Verhörprotokolle in den Akten des Reichsjustizministeriums findet. Zugleich veröffentlicht sein Kollege Anton Hoch eine Auswertung aller damals bekannten Quellen zum Anschlag, die ebenfalls eindeutig Elsers Alleintäterschaft zeigen und alle Gerüchte widerlegen.

                                

Auch die Behauptung der NS-Propaganda, Elser habe im Auftrag des britischen Geheimdienstes und in enger Verbindung mit Otto Strasser gehandelt, ist somit unhaltbar geworden.

Erst in den achtziger und neunziger Jahren setzt eine angemessene Ehrung Georg Elsers ein. Er gilt heute als »der wahre Antagonist Hitlers« (Joseph P. Stern), der »einsame Attentäter« (Peter Steinbach) oder der »einsame Zeuge« (Klemens von Klemperer) und als einer der konsequentesten Gegner der NS-Diktatur.

                                

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