KZ-Haft und Ermordung

Weil die nationalsozialistische Führung gegen Elser nach einem siegreichen Krieg einen Schauprozeß vor dem Volksgerichtshof führen will, wird er ab 1940 als »Sonderhäftling« im Zellenbau des Konzentrationslagers Sachsenhausen gefangengehalten. Dort bekommt er eine geräumige Zelle und kann sogar auf einer Hobelbank Tischlerarbeiten ausführen. Elser wird Tag und Nacht von mindestens zwei SS-Männern bewacht. Er fertigt kleinere Möbelstücke für seine Bewacher, baut sich aber auch eine Zither, auf der er manchmal spielt.


    Zellengang im KZ-Dachau

In der Haft ist Elser völlig von Kontakten zu anderen Gefangenen abgeschnitten. Mehr als fünf Jahre muß er in totaler Isolation leben.
Ende 1944 oder Anfang 1945 bringt die Gestapo Georg Elser in das Konzentrationslager Dachau. Dort ist er im Kommandanturarrest, dem Zellenbau des Lagers, schwerbewacht in Einzelhaft.

                                
Als die Führung des NS-Staates erkennt, daß der Krieg endgültig verloren ist, wird Georg Elser auf Weisung »von höchster Stelle« am 9. April 1945 im KZ Dachau erschossen. Am selben Tag werden im KZ Flossenbürg Dietrich Bonhoeffer, Wilhelm Canaris, Karl Sack und andere Widerstandskämpfer sowie im KZ Sachsenhausen Hans von Dohnanyi ermordet. Die NS-Führung will nicht, daß ihre schärfsten Gegner überleben und die Zukunft mitgestalten können. Auch der Mordbefehl und sein Zeitpunkt machen deutlich, daß Georg Elser zu den bedeutendsten Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus zählt. Er wird erschossen, weil er als erster dem Ziel, Hitler zu töten, denkbar nahe gekommen ist.

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