Vernehmungen


Georg Elser während seines Verhörs im Reichssicherheitshauptamt in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße 8 zwischen dem 19. und 23. November 1939
In seinen Berliner Verhören geht Elser noch einmal ausführlich auf seine Motive und seine Handlungen ein. Er hebt immer wieder hervor, daß er seine Tat allein geplant und durchgeführt hat. Elser bemüht sich ausdrücklich, keine seiner Bekannten, Freunde oder Familienangehörigen zu belasten. Bei einer geglückten Flucht in die Schweiz hätte er sich von dort zu seiner Tat bekannt, um keinen Unschuldigen einer Verfolgung auszusetzen. Elser betont noch einmal die Entscheidung, die seinem Entschluß und seiner Tat vorausgegangen ist. Seine Aussagen zeigen, daß er nicht leichtfertig gehandelt, sondern in tiefer, christlich gebundener Verantwortung entschieden hat. Bereits am 20. November hat er ausgesagt: »Wenn ich gefragt werde, ob ich die von mir begangene Tat als Sünde im Sinne der protestantischen Lehre betrachte, so möchte ich sagen, 'im tieferen Sinne, nein!'. Ich glaube an ein Weiterleben der Seele nach dem Tode und ich glaubte auch, daß ich einmal in den Himmel kommen würde, wenn ich noch Gelegenheit gehabt hätte, durch mein ferneres Leben zu beweisen, daß ich Gutes wollte. Ich wollte ja auch durch meine Tat ein noch größeres Blutvergießen verhindern.«


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