Ermittlungen und Festnahme


Auszug aus dem »Sippschaftsbogen« der Familie Elser, von der Kriminalpolizeileitstelle München erstellt
Stuttgart, 18. November 1939
Wenige Tage nach dem Anschlag werden sämtliche nahen Angehörigen Georg Elsers verhaftet und nach Stuttgart gebracht. Wiederholt verhören Kripo- und Gestapo-Beamte im Polizeipräsidium die Mutter, Geschwister und deren Ehepartner. Die Polizei will einen Überblick über die Familie gewinnen und erstellt einen »Sippschaftsbogen« über Georg Elser, in dem nicht nur er selbst, sondern auch seine Großeltern, Eltern, Geschwister, deren Ehegatten und Kinder aufgeführt sind. Kurz darauf werden alle Verhafteten, mit Ausnahme des schwerkranken Vaters Ludwig Elser, nach Berlin gebracht. Dort verhört sie die Gestapo, behält sie aber nicht in Haft, sondern bringt sie unter Arrest im Hotel Kaiserhof unter. Einzeln und mit der gesamten Familie erfolgen Gegenüberstellungen mit dem zu dieser Zeit schwer gefolterten Georg Elser. Auch seiner Familie gegenüber betont Elser immer wieder seine Alleintäterschaft. Nach einigen Wochen verpflichtet die Gestapo die Familienangehörigen zum strikten Stillschweigen und entläßt die meisten aus dem Arrest.


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